Klebeband-Lexikon
Kurze, verständliche Erklärungen der Begriffe, die auf Verpackungen, Datenblättern und in Beratungstexten immer wieder auftauchen – von Adhäsion bis Weichmacher.
- Acrylatklebstoff
- Klebstoffbasis, die typischerweise für gute Alterungs- und Witterungsbeständigkeit bekannt ist. Die Anfangshaftung ist häufig geringer, die Endhaftung baut sich über die Zeit auf.
- Adhäsion
- Die Haftung zwischen Klebstoff und Untergrund. Sie entsteht an der Grenzfläche und setzt engen Kontakt, also gute Benetzung, voraus. Warum klebt Klebeband?
- Anfangshaftung / Tack
- Wie stark ein Band unmittelbar nach leichtem Kontakt klebt. Hohe Anfangshaftung erlaubt kein Repositionieren und sagt nichts über die Dauerhaftigkeit aus.
- Anpressdruck
- Der Druck beim Aufkleben. Er lässt den Klebstoff in die Oberflächenstruktur fließen und ist einer der häufigsten Gründe für eine misslungene Verklebung. Klebeband hält nicht
- Benetzung
- Das Ausbreiten des Klebstoffs auf der Oberfläche. Je besser die Benetzung, desto größer die wirksame Kontaktfläche.
- Endhaftung
- Die Haftung, die sich nach vollständiger Benetzung einstellt. Der Zeitraum bis dahin ist produktabhängig.
- Haftklebstoff
- Ein dauerhaft weicher Klebstoff, der ohne Aushärten allein durch Andrücken haftet (englisch: pressure sensitive adhesive). Grundlage praktisch aller Klebebänder.
- HSE
- High Surface Energy – eher hochenergetische, gut benetzbare Oberflächen wie Glas, Metall oder Keramik.
- Kautschukklebstoff
- Klebstoffbasis mit meist hoher Anfangshaftung, auch auf schwierigeren Untergründen. Empfindlicher gegenüber Wärme, UV und Alterung als Acrylat.
- Klebkraft
- Sammelbegriff für die Haftungsleistung eines Bands. Vergleichbare Zahlenwerte gibt es nur aus genormten Prüfungen der Hersteller unter definierten Bedingungen.
- Klebstoffbasis
- Die chemische Grundlage des Klebstoffs, etwa Acrylat, Kautschuk oder Silikon. Sie prägt Anfangshaftung, Beständigkeit und Alterungsverhalten.
- Kohäsion
- Der innere Zusammenhalt des Klebstoffs. Zu geringe Kohäsion führt unter Dauerlast zum Fließen der Klebeschicht und zu Rückständen beim Abziehen.
- Liner
- Die Schutzabdeckung (Trennpapier oder Trennfolie) auf der Klebefläche doppelseitiger Bänder. Sie wird erst unmittelbar vor dem Verkleben abgezogen.
- LSE
- Low Surface Energy – eher niedrigenergetische, schlecht benetzbare Oberflächen wie PE, PP oder silikonhaltige Flächen. PE und PP
- Oberflächenenergie
- Maß dafür, wie gut sich eine Oberfläche benetzen lässt. Sie beeinflusst maßgeblich, ob ein Klebstoff überhaupt engen Kontakt herstellen kann. Oberflächenenergie erklärt
- Primer / Haftvermittler
- Eine dünne Vorbehandlung, die die Haftung auf schwierigen Untergründen verbessern kann. Sinnvoll ist nur die vom Hersteller vorgesehene Kombination aus Primer und Band.
- Rückstandsfrei
- Beschreibt, dass ein Band unter den vom Hersteller genannten Bedingungen und innerhalb der genannten Verweildauer möglichst ohne Klebstoffreste abgelöst werden kann – keine Garantie für jede Oberfläche. Klebereste entfernen
- Schälbelastung
- Belastung, bei der das Band an einer Kante abgezogen wird. Sie wirkt nur auf eine schmale Linie und ist deshalb besonders kritisch.
- Scherfestigkeit
- Widerstand gegen Belastung parallel zur Klebefläche – die für Verklebungen günstigste Belastungsrichtung.
- Silikonklebstoff
- Spezielle Klebstoffbasis für besondere Anforderungen. Achtung: Ein silikonbasierter Klebstoff hat nichts damit zu tun, ob ein Band auf einer Silikonoberfläche hält. Silikon als Untergrund
- Trägerlos / Transferklebeband
- Ein reiner Klebstofffilm ohne Träger, der auf einem Liner geliefert wird. Transferklebeband
- Trägermaterial
- Die Schicht, die den Klebstoff trägt – etwa Papier, Gewebe, PP-, PVC- oder PET-Folie, Vlies, Schaum oder Aluminium. Sie bestimmt Reißfestigkeit, Anpassungsfähigkeit und Witterungsverhalten.
- UV-Beständigkeit
- Widerstandsfähigkeit von Träger und Klebstoff gegen Sonnenlicht. Sie ist produktabhängig und nicht gleichbedeutend mit Wasserfestigkeit. Klebeband löst sich draußen
- Weichmacher
- Zusätze, die Kunststoffe – vor allem Weich-PVC – flexibel machen. Sie können mit der Zeit in den Klebstoff wandern und die Verklebung verändern.